Unternehmen

Unternehmensgründerin
Martina Taruttis
Jahrgang 1958
Studium der Geographie, Geologie und Soziologie an der Universität Düsseldorf mit dem Abschluß Magister Artium (M.A.), Ausbildung zur Diplom Trauerberaterin/Trauerbegleiterin an der Akademie für Menschliche Begleitung (AMB) in Essen; achtjährige beratende, kaufmännische und leitende Tätigkeit in einem renommierten Düsseldorfer Bestattungshaus; Gründungsmitglied des 'Hospiz Düsseldorfer Norden e. V.'; Gründerin von TrauDichReisen - Reisen für Menschen in Verlustsituationen; freie Referentin und Seminarleiterin an der Privaten Trauerakademie Fritz Roth in Bergisch Gladbach; Mitbegründerin der TrauerOase, einem internationalen Gütesiegel für Bestattungshäuser sowie Schulung der Mitglieder in Trauerbegleitung; Mitbegründerin von KOMPASS - Orientierungshilfe für Trauernde und Trauerbegleiter; seit August 2002 Ausbildung zur Wellnesstrainerin am IST-Studieninstitut für Sport, Freizeit und Touristik in Düsseldorf.

Seit 1997 ist TrauDichReisen immer wieder Thema in den deutschen Medien. Am 1. August 1997 hat TrauDichReisen den 3. Platz im Existenzgründerinnenpreis 1997 in Berlin gewonnen. Fünf Filmbeiträge, zahlreiche Berichte und Interviews im Rundfunk sowie Berichte in der Presse und im November 1999 der Auftritt des damaligen TrauDichReisen-Teams in der ARD-Talkshow Boulevard Bio haben mein Unternehmen in ganz Deutschland bekannt gemacht.
Meine Reiseziele werden von mir sehr sorgfältig ausgewählt. Ich lege sehr großen Wert auf ein angenehmes und stilvolles Ambiente der Unterkünfte, denn Trauer macht die Betroffenen sehr dünnhäutig und empfindlich. Auch die landschaftliche Umgebung muß mit dem Thema Trauerbegleitung stimmig sein. So suche ich fast immer die Nähe von Wasser. Unser größter Verbündeter in der Trauerarbeit ist die rauhe Nordsee. Das Meer und das Seeklima haben eine heilende Wirkung auf die Betroffenen.
Bei meinen Reisezielbeschreibungen wie auch bei meinem Werbematerial allgemein verzichte ich ganz bewußt auf bunte Prospekte. Lediglich meinen persönlicher Eindruck gebe ich an interessierte Kunden weiter. Ziel ist es, dass die Trauernden sich selbst ein Bild machen, sich selbst fühlen können, ohne durch entsprechendes Prospektmaterial manipuliert zu werden. Sie sollen entdecken, was die jeweilige Landschaft mit ihnen macht.
An dieser Stelle seien noch einige Worte zum Thema Werbung erlaubt: TrauDichReisen verzichtet gänzlich auf kommerzielle Werbung! Meine beste Werbung sind die Reiseteilnehmer selbst. Ihre guten Erfahrungen geben sie gerne an Betroffene aus ihrem privaten und beruflichen Umfeld weiter. Ich freue mich sehr darüber, dass eine Reihe von Kunden ein zweites Mal oder mehrmals mitfahren. Natürlich werde ich auch von zahlreichen Selbsthilfegruppen, Hospizvereinen, Bestattungshäusern, Krankenhäusern, Ärzten, Verbänden, kirchlichen Einrichtungen usw. bundesweit und im deutschsprachigen Ausland empfohlen. Vor allem die Private Trauerakademie Fritz Roth in Bergisch Gladbach unterstützt meine Arbeit in vielfältiger Weise. Erfreulicherweise ist TrauDichReisen auch nach wie vor regelmäßig in den Medien vertreten.
Mein Logo wurde übrigens von dem Bochumer Künstler Peter Bormann angefertigt, nachdem ich ihm von meiner TrauDichReisen-Idee erzählt hatte.
Es ist TrauDichReisen-Tradition, dass neben der Trauerarbeit auch immer wieder der Blick auf das Schöne im Leben gerichtet wird. So haben die gemeinsamen Mahlzeiten einen hohen Stellenwert. Beim Essen gilt die Regel: Keine Problemthemen am Tisch! Gemeinsam Genießen lautet hier die Parole, und zwar mit allen Sinnen. So wird der Tisch liebevoll mit Symbolen aus der gemeinsamen Trauerarbeit dekoriert. Auf dem so dekorierten Tisch entdecken unsere Gäste dann, dass auch das Vergängliche, scheinbar Tote schön sein kann und immer noch seinen Wert besitzt. Jede Mahlzeit wird mit "Guten Worten" eingeleitet, das sind Sinnsprüche, Gedichte, Gebete oder Weisheiten, die die einzelnen Reisegruppen begleiten und in ihrem Tun, Fühlen und Denken unterstützen sollen. Symbole sind in unserer Arbeit sehr wichtig! So habe ich neben dem TrauDichReisen-Logo, das einen offenen Kreis mit unterschiedlichen Menschen und individuell deutbarer Mitte symbolisiert, das Ginkgoblatt als Symbol für das Überleben und die Lebenskraft gewählt. Weiterhin sind Sonnenblumen und die Farbe Gelb TrauDichReisen-Symbole für Lebenskraft, Licht und Hoffnung. Ein weiteres Symbol ist der Baum. Er steht für 'Wurzeln haben', 'Standfestigkeit' und 'Beständigkeit'.
Da ich auf einer TrauDichReise fast ausschließlich situativ arbeite, reise ich mit vielen Materialkoffern an. Ich orientiere mich weitestgehend an den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Reisenden, also an dem, was sie von Zuhause mitbringen. Mit den unterschiedlichen Materialien versuche ich jedem Gast seine Trauer sichtbar, begreifbar und erklärbar zu machen. Sie dienen dem Trauernden darüberhinaus dazu, Ausdruck für seine Trauer zu finden.
Im Lauf meiner Arbeit habe ich zahlreiche Rituale entwickelt, die es den Trauernden ermöglichen, Abschied von dem Unwiederbringlichen zu nehmen und loszulassen von alten, sinnlos gewordenen Wertvorstellungen und Erwartungen. Zwei sehr ausdrucksstarke Rituale sind das 'Mandala-Legen' und das Feuerritual. Ein weiteres, wichtiges Element einer TrauDichReise ist der Gesprächskreis, in dessen Zentrum zunächst nur eine Kerze steht. Im Laufe der Reise füllt sich die Mitte mit Symbolen oder Dingen, die meine Reisegäste mitgebracht, entdeckt oder gestaltet haben. Einmal am Tage trifft sich die Gruppe im Gesprächskreis. Hier dürfen auch Dinge ausgesprochen werden, die man zuhause nicht einmal zu denken wagt, die einen aber trotzdem unentwegt beschäftigen können. Neben unserem gemeinsamen Tun bleibt unseren Gästen genügend freie Zeit, um eigenen Interessen nachzugehen und um die gemachten Erfahrungen und Erkenntnisse untereinander auszutauschen.
Sehr wichtig für mich ist die Tatsache, dass ich meinen Gästen nicht als unnahbare und allwissende Referentin gegenüber stehe, sondern als 'Martina' - ein Mensch, der genauso verletzbar und persönlich trauererfahren ist wie die Teilnehmer selbst.
Zum Ablauf und den Teilnehmern einer TrauDichReise kann ich Folgendes sagen: Die Anreise gestaltet jeder selbst. Sich auf den Weg machen ist Teil meiner Unternehmensphilosophie. Die Reisegruppen sind mit maximal zehn Teilnehmern angenehm klein, so dass jeder im Laufe einer Woche Raum und Zeit hat, sich zu öffnen und seiner Trauer zu begegnen. Ein weiterer positiver Aspekt einer kleinen Gruppen ist der, dass das gegenseitige Vertrauen untereinander schneller aufgebaut wird, was den Umgang miteinander wesentlich erleichtert. Die Beziehungen, die auf einer solchen Reise geknüpft werden sind oft eng, dauerhaft und verkraften auch eine größere Entfernung. 98% unserer Gäste sind Frauen im Alter von Ende 20 bis Mitte 70. Der Altersschwerpunkt liegt zwischen 40 und 55 Jahren. Die männlichen Teilnehmer sind meist zwischen 35 und 55 Jahren.
Die Gründe an einer TrauDichReise teilzunehmen sind recht unterschiedlich: Der Hauptgrund ist der Verlust eines nahestehenden Menschen durch den Tod. Viele kommen aber auch, weil sie den Partner durch Trennung verloren haben. Der Verlust der Gesundheit, das Trauern um verpasste Chancen, Mobbing am Arbeitsplatz, der Übergang Arbeitsleben/Rentendasein sind weitere Gründe.
Um dem Bedürfnis nach Kontakthalten, Erfahrungsaustausch und Kennenlernen anderer Reisegruppen gerecht zu werden, organisiere ich alljährlich im Januar für meine Reisenden aber auch für Interessierte ein TrauDichReisen-Jahrestreffen im Kloster Thuine in Lingen. Auf diesen Treffen stelle ich dann unsere Reisen und neue spannende Projekte vor.
Neben den unmittelbar Betroffenen treffe ich auf Reisen auch häufig auf Teilnehmer, die beruflich sehr viel mit kranken, sterbenden und trauernden Menschen zu tun haben. Zu dem alltäglichen, berufsbedingten Leid kommen oft auch persönliche, nicht verarbeitete Verluste hinzu. Für viele, wie z.B. Krankenpfleger, Altenpfleger, Geistliche, Polizisten, Bestatter, Ärzte usw. wird dann der Beruf zu einer permanenten Belastung und Überforderung, weil sie nicht gelernt haben, sich von dem Leid anderer abzugrenzen. Das gleiche gilt auch für Berufe wie Lehrer, Erzieher oder Sozialpädagogen. In erster Linie, weil sicht- und hörbar, sind von diesem Burn-out-Syndrom Frauen betroffen. Männer 'outen' sich in der Regel frühestens nach dem ersten Herzinfarkt . . .
Aufgrund meiner achtjährigen Tätigkeit als Bestatterin frage ich die betroffenen Gäste häufig nach ihren Erfahrungen, die sie mit ihrem Bestatter vor Ort gemacht haben und vor allem, wie sie die Beerdigung ihres Angehörigen empfunden haben. Die Erlebnisse, die dann häufig geschildert werden, machen mich als Trauerbegleiterin und ehemalige Bestatterin tief betroffen. So habe ich mein TrauDichReisen-Angebot auch auf Bestattungs- und Trauerberatung sowie auf persönliche, individuelle Trauerbegleitung ausgeweitet. Neu im TrauDichReisen-Programm ist ein bis zu vierzehntägiges, intensives und individuelles TrauerCoaching vor allem für Menschen, die an einer Lebenskreuzung stehen und sich neu orientieren möchten. Interessenten können hier von meiner über siebzehnjährigen Erfahrung als Trauerbegleiterin und von meinem fundierten Wissen als Wellnesstrainerin (Gesundheitstrainerin) profitieren,
· um den Weg aus der Krise zu finden,
· um ihrem Leben eine neue Richtung zu geben,
· um Energie zu tanken
· und um ihre Fähigkeiten, Schwächen und besonders ihre Stärken zu entdecken.
Elemente aus der Trauerbegleitung (intensive Trauergespräche, trauerpsychologische Beratung, Rituale des Loslassens u.a.) kombiniere ich bei diesem ganzheitlichen Begleitungskonzept mit Elementen aus dem Wellnessbereich (individuelles Bewegungstraining, typgerechte Ernährung, Entspannungsmethoden, Konzentrationstraining, Wellnessanwendungen u.a.). Mein Trauer- Coaching biete ich als Einzelbegleitung aber auch für Kleinstgruppen bis maximal drei Personen an. Reiseziele sind der Venekotensee, der in der Gemeinde Niederkrüchten im deutsch-niederlän- dischen Naturpark Maas-Schwalm-Nette liegt sowie Schonen in Südschweden. In der bereits erwähnten Privaten Trauerakademie Fritz Roth in Bergisch Gladbach finden regelmäßig Trauerseminare und Trauergesprächskreise unter meiner Leitung oder zusammen mit Herrn Roth statt. So können betroffene oder am Thema Trauer interessierte Menschen in dem dreitägigen Trauerseminar "Der Trauer eine Heimat geben" sich intensiv mit ihren Trauererfahrungen auseinandersetzen. Das zweitägige Seminar "Kochen mit Trauernden" ist eine -zugegebenermaßen- eigenwillige aber auch sehr effektive und vor allem genußvolle Möglichkeit, seiner Trauer zu begegnen. Desweiteren biete ich vor allem für Nichtbetroffene, die in irgendeiner Form mit Trauernden zusammentreffen und unsicher oder gar hilflos sind, sog. Trauerknigge-Seminare an, um (selbst)sicherer im Umgang mit Betroffenen zu werden. Ich spreche hier insbesondere Freunde, Familienmitglieder, Ärzte, Geistliche, Pflegepersonal, Lehrpersonal, Erzieher, Feuerwehrleute, Nachbarn, Personalleiter, Führungskräfte und Chefs an. Selbstverständlich halte ich auch Vorträge und veranstalte Workshops zum Thema "Leben-Sterben-Tod-Trauer-Leben".