Neujahrsbrief 2015

Liebe Freunde und Interessenten,

 

für die vielen guten Wünsche zu Weihnachten und für das Neue Jahr 2015 möchte ich mich auf diesem Wege ganz herzlich bedanken und wünsche meinerseits Ihnen/Euch alles Gute für 2015.

 

Mein Leitgedanke für dieses Jahr ist ein Spruch von Joachim Ringelnatz:

 

Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt!

 

Warum ich gerade diesen Spruch von Ringelnatz gewählt habe? Tief in meinem Herzen bin ich eine rheinische Frohnatur, eine kritische Optimistin, hoffnungslose Idealistin und zutiefst von meiner Selbstwirksamkeit überzeugt. Ich glaube an Werte wie Frieden, Freiheit, Freundschaft, Urvertrauen in das Gute, an soziale Gerechtigkeit, an die Mitmenschlichkeit und die Notwendigkeit von Gemeinschaften, die das Leben erst lebenswert machen! Ohne diese innere Haltung könnte ich einerseits meine Arbeit angesichts des Leids der Menschen in Verlustsituationen gar nicht leisten und könnte andererseits die  zunehmende Verrohung vieler  Menschen, einhergehend mit einer in meinen Augen krankhaften Bürokratisierung unserer gesellschaftlichen Systeme,  kaum ertragen!

 

Der Tod ist der beste Lehrmeister für den bürgerlichen Ungehorsam!

 

Dieser oft mahnende Gedanke von Fritz Roth, dessen Todestag sich gerade im vergangenen Dezember zum zweiten Male jährte, hat mich und meine Arbeit in der Vergangenheit geprägt und trägt nun Früchte in der Gegenwart! Gleichzeitig ist dieser Gedanke auch der Arbeitstitel meines neuen Buches, das ich hoffe, endlich in den nächsten Wochen fertig stellen zu können.  Leider ist mein zeitliches Budget als Solodienstleisterin stark eingegrenzt, was zum größten Teil der Bürokratie –die Gegenspielerin der Kreativität- geschuldet ist!

 

Das vergangene Jahr war in vielerlei Hinsicht für mich sehr turbulent und vor allem reich an Erkenntnissen und Einsichten in gesellschaftspolitische Prozesse, deren teils schlimme Auswirkungen auf Mensch und Umwelt mir lange nicht bewusst waren. Manches ist einfach nur schrecklich und unfassbar: so z.B. die monatelange Bombardierung unschuldiger Menschen im Gaza-Streifen, die schlimmen Vorkommnisse in der Ukraine, die Flüchtlingsströme aus den Kriegs- bzw. Krisengebieten und die Flüchtlingsdramen auf dem Mittelmeer, die Gräueltaten marodierender Mörderbanden im Nord-Irak, der zunehmende Werte-Verfall unserer Demokratie zugunsten riesiger Bankenkonzerne mit ihrer „Geld-regiert-die-Welt-Mentalität“ und die immer weiter auseinanderdriftenden Schere zwischen Arm und Reich, die auch in unserem Land deutlich spürbar ist und für immer größer werdenden sozialen Unfrieden sorgt. Pegida und HoGeSa sind deutliche Auswüchse solch diffuser  Ängste und Sorgen in der Bevölkerung, auf die unsere PolitikerInnen kaum Antworten  zu haben scheinen! Menschen, die verängstigt sind, sind leichter manipulierbar und ein gefundenes Fressen für extremistisches Gedankengut und entsprechende Gruppierungen!

 

Die Angst vor dem Verlust unserer sozialen Sicherungssysteme geht in der Bevölkerung um. Dieser durchaus berechtigten Angst versucht die Politik mit „Wirtschaftswachstum“ und „Schwarzer Null“ entgegenzuwirken: Eine ausufernde und alles reglementierende Bürokratie,  Politikverdrossenheit in der Bevölkerung und sozialer Burnout oder Boreout ganzer Bevölkerungsschichten sind die unheilvollen Folgen! Wenn wir uns dann noch bewusst darüber werden, dass wir alle sterblich sind und unsere Lebenszeit begrenzt und somit unser kostbarstes Gut ist, müssten wir doch eigentlich alle auf die Straße gehen und uns zusammen tun, um sowohl für unseren inneren als auch für den äußeren Frieden einzustehen! Wenn schon nicht für uns, dann doch wenigsten für unsere Kinder und Kindeskinder!

 

In Deutschland wie auch weltweit ist eine Zunahme psychischer Erkrankungen in den letzten beiden Jahrzehnten zu beobachten, wobei psychische Störungen in der Kindheit und der Jugend den größten Risikofaktor für eine oft chronische verlaufende seelische Erkrankung im Erwachsenenalter darstellen.  Als Ursachen für diese Entwicklung werden als Risikofaktoren genetische Dispositionen, körperliche Erkrankungen sowie vor allem psychosoziale Gründe genannt. Mögliche dauerhafte Arbeitsunfähigkeit in Form von Depressionen, Psychosen, Angst-, Zwangs-, Ess- und Persönlichkeitsstörungen können die Folgen sein. Hinzu können der Missbrauch von Substanzen, Suizidalität, negative Verhaltensmuster (z.B. sozialer Rückzug, extremes Vermeidungsverhalten, Distanzlosigkeit, mangelnde Fähigkeit der Emotionsregulation) sowie Delinquenz und Probleme am Arbeitsplatz kommen. In meiner beruflichen Praxis erlebe ich es leider immer häufiger, dass sich junge und beruflich erfolgreiche Menschen das Leben nehmen. Glaubt man den Berichten von Angehörigen –und das tu ich- so ist eine allgemeine Lebensangst die häufigste Ursache für den Suizid! Und das macht mir Angst! Ich habe gelernt, dass die größten Feinde der Angst Licht, Gemeinschaft und Lachen sind: die Grundprinzipien meiner Arbeit!

 

Obwohl das Thema „Trauer“ in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr in das öffentliche Bewusstsein gerückt ist, verbindet die Mehrzahl der Bevölkerung „Trauer“ immer noch ausschließlich mit dem Gefühl, das man hat, wenn ein nahestehender Mensch verstorben ist. Aber das Erscheinungsbild der Trauer ist vielfältig und ihr Einfluss und ihre Auswirkungen auf gesellschaftlich relevante Prozesse sind gravierender als gemeinhin angenommen wird!

 

Trauer und Verlustängste werden bereits im Kindesalter immer häufiger in professionelle Hände delegiert und mehr und mehr aus dem familiären Kontext entfernt. Dabei wird allzu oft übersehen, dass es gerade die „Krisen“ und deren gemeinsame Bewältigung sind, die Menschen verbinden und den Zusammenhalt untereinander festigen. Darüber hinaus fördert gemeinsame Krisenbewältigung das gegenseitige Vertrauen, führt zu „gesunden“ Bindungen und stärkt das Gefühl der Selbstwirksamkeit. Eine starke Selbstwirksamkeit ist wichtig für die Entwicklung zu einer selbstbewussten und eigenständigen Persönlichkeit. Sie entwickelt sich sehr früh in der Kindheit und lässt sich lebenslang verändern und vergrößern. Mit unseren Gruppenangeboten (Reisen, Seminare, Gesprächskreise) laden wir interessierte Menschen ein, neue Erfahrungen zu machen, die helfen, sich für die An- und Herausforderungen eines immer komplexer werdenden Lebens zu wappnen und ihre Selbstwirksamkeit zu entdecken.

 

Unsere Angebote eröffnen interessierten Menschen –persönlich Betroffene und/oder Angehörige der psychosozialen Berufsgruppen-  wertvolle Einblicke in die das menschliche Potential entfaltende Wirkung von Trauer- bzw. Verlustprozessen. Darüber hinaus geben wir ihnen wertvolles „Werkzeug“ an die Hand, mit dem sie weniger ängstlich eigenen Verlusten begegnen und diese gut bewältigen können. Ebenso lernen sie in unseren Weiterbildungs-Seminaren, wie sie Menschen, egal welchen Alters, in Krisensituationen selbstbewusst, sicher und professionell begleiten können.

Ziel unserer Arbeit ist es, unsicheren, verzweifelten und erschöpften Menschen wieder Lebensperspektive zurückzugeben und sie ein Stück auf ihrem Weg zurück in ein zufriedenes Leben zu begleiten.

 

Überzeugen Sie sich selbst!

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© Martina Taruttis TrauDichReisen